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Müssen Besucherinnen und Besucher einen Mundschutz tragen?

Es gelten Mundschutzpflicht (konkret: Mund-Nasen-Bedeckung, das heißt, auch Tücher und Schals sind akzeptabel) und Abstandsgebote von mindestens 1,50 m zur nächsten Person. Kinder bis zum Alter von 6 Jahren sind von der Mund-Nasen-Bedeckung ausgenommen.

Personen mit Symptomen einer SARS-CoV-2-Erkrankung dürfen öffentliche Räume nicht betreten.

Was sollte bei der Raumplanung beachtet werden?

Prüfen Sie zunächst die Räume auf angeordnete Abstandsgebote. Dabei gilt als  Orientierung, dass pro 7 qm eine Person ins Museum darf (besser 10 qm). Definieren Sie anhand der Flächen Ihrer Ausstellungsräume, wie viele Personen maximal gleichzeitig in Ihr Haus kommen dürfen. Verkehrsflächen werden nicht mitberechnet.

Kabinette und Kleinsträume sind zu sperren, ggf. maximal für eine Person zu öffnen. Denken Sie dabei an eventuelle Schlangenbildung. Größere Häuser können für attraktive Kleinsträume, z.B. eine Gruft, mit dem Ticket auch Nummern ausgeben, die dann für die Besichtigung aufgerufen werden.

Markieren Sie vor besonderen Attraktionen Abstände für Wartezonen.

Denken Sie dabei auch an WC-Anlagen.

Halten Sie ausreichend Waschmittel, Desinfektionsmittel und Hygienetücher vor. Desinfektionsmittel sollten Sie im Eingangsbereich, in den WCs und an anderen neuralgischen Punkten vorhalten.

Eine Begrenzung ist auch für Aufzüge erforderlich, ebenso für enge Gänge vor Schließfächern und Garderoben.

Planen Sie eine Wegeführung unter Beachtung der Abstandsgebote. Nach Möglichkeit sollten Ein- und Ausgänge getrennt werden. Markieren Sie diese Rundgänge auf dem Boden oder schildern Sie sie aus.

Wie stellen wir sicher, dass nicht zuviele Personen gleichzeitig im Museum sind?

Falls eine Zählung der eingelassenen Gäste anders nicht möglich ist, kaufen Sie einen mechanischen Ticker. Oder legen Sie gut sichtbare Objekte aus, z.B. gelbe Spielzeugenten als Anschauungsbeispiel, die in ihrer Anzahl mit der höchstzulässigen Personenanzahl in der Ausstellung korrespondieren. Sie erkennen dann auf einen Blick, ob weitere Personen ins Museum gelassen werden dürfen.

Wie sollte der Kassiervorgang gestaltet werden?

Stellen Sie den Zahlungsverkehr nach Möglichkeit auf bargeldlose Zahlungsweise um. Oder benutzen Sie ein Schälchen für das Geld.

Markieren Sie auf dem Boden die Abstände der Wartenden. Legen Sie fest, wie viele Personen maximal im Gebäude warten dürfen.

Größere Häuser können zur Reduzierung von Wartezeiten Online-Buchungen einrichten.

Was ist mit Führungen und interaktiven Angeboten?

Führungen sollten nur angeboten werden, wenn die Einhaltung der Hygiene-, Masken- und Abstandsregeln sichergestellt sind. Unter Umständen empfiehlt es sich, in der ersten Phase der Wiedereröffnung zunächst Erfahrungen mit Kleinstgruppen (6-8 Personen) zu sammeln.

Das Land NRW erlaubt mit der Coronaschutzverordnung in der ab dem 15. Juli 2020 gültigen Fassung Führungen unter Einhaltung der Hygieneregeln, der Maskenpflicht, des Mindestabstands sowie der Sicherstellung der Rückverfolgbarkeit. Letzteres bedeutet: Mit dem Einverständnis der betroffenen Person müssen Name, Adresse und Telefonnummer sowie der Zeitraum des Aufenthalts schriftlich erfasst und für vier Wochen aufbewahrt werden, wobei die Daten vor dem Zugriff unbefugter Dritter zu schützen und die datenschutzrechtlichen Vorgaben zu beachten sind. Auf Verlangen einer zuständigen Behörde müssen die Daten herausgegeben werden, damit Infektionsketten nachvollziehbar sind. Nach Ablauf von vier Wochen sind die Daten vollständig zu löschen. (§ 2a und § 8 Abs. 7 CoronaSchVO ab dem 15.7.)

Geräte wie Audio-Guides, Hands-On, Touch-Screens etc. Tastmodelle und andere Objekte, die zum Berühren vorgesehen sind, sollten zur Vermeidung von Schmierinfektionen abgedeckt werden.

Ohne Probleme können aber virtuelle Führungen genutzt werden, die Besucherinnen und Besucher auf ihre eigenen Endgeräte laden. Digitale Formate bieten ferner gerade in der jetzigen Zeit ein innovatives Betätigungsfeld für Museen, das Sie für sich und Ihre Kundinnen und Kunden verstärkt nutzen sollten.

Wie können inklusive Angebote gemacht werden?

Angebote für blinde oder sehbehinderte Menschen können unter Einsatz von begleitendem Museumspersonal genutzt werden. Beispielsweise können ansonsten abgedeckte Tastmodelle und Audioguides zugänglich gemacht werden, wenn sie jeweils bevor und nachdem ein Museumsgast sie benutzt hat gereinigt bzw. desinfiziert werden. Grundvoraussetzung ist, dass die jeweiligen Modelle und Gegenstände sich für eine Desinfizierung eignen.

Bei gebärdensprachkompetenten Menschen ist eine Kommunikation in Gebärdensprache in der Regel auch bei Nutzung von Mund-Nase-Bedeckungen möglich. Gebärdensprache kann relativ problemlos auch über größere Entfernungen von beispielsweise zehn Metern und durch Fensterscheiben hindurch genutzt werden. Allerdings sind die kommunikativen Bedürfnisse von Menschen mit Hörbehinderungen sehr unterschiedlich. Für manche ist gerade das Mundbild wichtig, besonders bei der Kommunikation mit nicht-gebärdensprachkompetentem Museumspersonal. Spezielle Masken mit Sichtfenster sind nicht empfehlenswert, da die Fenster schnell beschlagen. Die individuellen Möglichkeiten und Bedürfnisse sollten vor dem Museumsbesuch mit dem Gast besprochen werden. Dabei können auch alternative Kommunikationswege erwogen werden, z.B. ob die Nutzung von Schriftsprache möglich und sinnvoll ist.

Der Einsatz von Leichter Sprache ist möglich. Bedenken Sie aber grundsätzlich, dass die Nutzung von Mund-Nase-Bedeckungen die mündliche Kommunikation immer erschwert, da Mimik und Mundbewegungen nur noch eingeschränkt wahrnehmbar sind.

Sollte das Museum häufiger gereinigt werden?

Die Reinigungsintervalle müssen erhöht werden, besonders an neuralgischen Punkten wie Türen, Handläufen, Wasch- und WC-Anlagen und im Kassen- und Shopbereich. Erstellen Sie einen Reinigungsplan unter Berücksichtigung der Gewohnheiten Ihrer Gäste.

Prüfen Sie, ob die Maßnahmen ausreichend sind. Passen Sie die Maßnahmen bei Bedarf an.

Welche Reinigungs- bzw. Desinfektionsmittel sollten verwendet werden?

Regelmäßige, mehrfache Reinigung von Gemeinschafts- und Kontaktoberflächen ist notwendig. Alles was häufig angefasst wird, muss auch häufig gereinigt werden, stark beanspruchte Flächen stündlich.

Zur Wirkung von Desinfektionsmitteln auf verschiedenen Oberflächen:

Oberflächendesinfektionsmittel enthalten üblicherweise hohe Konzentrationen von Ethanol sowie (Wasserstoff-)Peroxid oder Natriumhypochlorit. Die Einwirkung solcher Desinfektionsmittel mit 62-71 % Ethanol, 0,5 % Wasserstoffperoxid oder 0,1 % Natriumhypochlorit auf die Vielzahl der Hölzer und die unterschiedlichen Gemengelagen von Sedimentgesteinen wie z. B. Sandstein lässt sich schwer ermitteln:

Grundsätzlich ist Ethanol in jedem Verhältnis mit Wasser mischbar und verändert dessen Dampfdruck, d. h. es verdunstet schneller und entzieht damit der Oberfläche Feuchtigkeit, was historischen Exponaten durchaus Schaden zufügen könnte!

Wasserstoffperoxid (H2O2) ist weitgehend stabile Flüssigverbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff. Es ist etwas viskoser als Wasser, eine schwache Säure und gegenüber den meisten Stoffen ein sehr starkes Oxidationsmittel, welches u. a. heftig mit Substanzen wie etwa Kupferbasislegierungen reagiert und als starkes Bleich- und Desinfektionsmittel fungiert. Grundsätzlich ist es in der Lage Holzoberflächen zu bleichen. Weiterhin wirkt es als Fungizid desinfizierend sowohl gegen die biologisch aktiven Pilzzellen als auch gegen die Sporen der Schimmelpilze. Dabei entfernt es auch "optisch" die Rückstände des Schimmelbelags von porösen Untergründen. Wasserstoffperoxid hat gegenüber Alkohol den Vorteil, dass es unbrennbar ist und keine physiologisch bedenklichen Nebenprodukte zurücklässt. Allerdings wird die Reaktionszeit in Verbindung mit dem Ethanol deutlich verkürzt.

Natriumhypochlorit ist ein seit längeren im Handel gebräuchliches Desinfektionsmittel unter dem Namen "Eau de Labarraque", wobei diverse Schimmelentferner oder Rohrreiniger diese Chemikalie enthalten ("mit Aktivchlor"). Während die Konzentrationen in Haushaltsreinigern ca. 5-7 % beträgt, wird für die derzeitigen Desinfektionsmittel aufgrund seiner hautschädigen Wirkung nur eine sehr geringe Konzentration eingesetzt. Problematisch bleibt seine Abgabe von Chlor, was in kleinen und schlecht belüfteten Räumen wie u. a. in Vitrinen, kleinen Stuben u. ä.  zu Problemen mit Exponaten führen kann.

Bei der Anwendung von Oberflächendesinfektionsmitteln auf Handläufen aus Holz oder mineralischen sedimentierten Werkstoffen wie Sandstein ist Folgendes zu beachten:

Bei genauerer Betrachtung wird man feststellen, dass Handläufe auf dem eigentlichen Werkstoff eine Beschichtung wie z. B. Ölfarbe und/oder eine deutliche "Handpatina" aufweisen. Letztere ist ein Gemisch aus verschiedensten Ausscheidungsprodukten menschlicher Herkunft (Fett, Schweiß), vermischt mit den üblicherweise anzutreffenden Aerosolen der Umgebung sowie Deposit- und Abbauprodukten der Arbeitsutensilien der Raumpfleger und Raumpflegerinnen (Reste der Reinigungsmittel).

Unsere Empfehlung:

Testen Sie die Auswirkungen der Oberflächendesinfektionsmitteln auf die o.g. Gebrauchsoberflächen an unauffälliger Stelle über einen überschaubaren Zeitraum, um daraus Schlüsse für eine längere Anwendung zu ziehen. Problematisch dürfte es besonders bei Marmoroberflächen und anderen kalkhaltigen Mineralien werden, da diese sehr empfindlich auf chlorhaltige Säure reagieren. Bei Granit oder Porphyr ist dagegen eine weitgehend unempfindliche Reaktion zu erwarten.

Bei speziellen Fragen beraten wir Sie gern!

Ist unsere Klimaanlage hygienisch bedenklich?

Prüfen Sie, ob Ihre Klimaanlagen und anderen Lüftungssysteme die Virenverbreitung fördern. Sprechen Sie mit dem Hersteller oder dem Sicherheitsbeauftragten Ihrer Kommune.