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Corona-Infos für die Museen in Westfalen-Lippe

Tipps für die Wiedereröffnung von Museen nach der Corona-bedingten Schließungsphase.

Die Pandemie Corona zwingt auch die Museen, ihre Angebote mit Blick auf Hygienemaßnahmen neu auszurichten. Wir möchten Ihnen mit dieser Webseite eine Hilfestellung anbieten. Nicht immer denkt man an alles. Sie finden hier eine Liste von Maßnahmen und Hinweisen, die wichtig sind, damit nicht nur die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden, sondern sowohl den Besucherinnen und Besuchern als auch dem Personal die erforderliche Sicherheit gegeben wird, sich in den Museen wohl zu fühlen.

Die nachfolgenden Angaben beruhen auf Vorgaben für Museen in NRW. Viele wichtige Hinweise und Tipps verdanken wir dem Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V. und danken insbesondere Frau Dr. Susanne Kopp-Sievers für kollegialen Austausch und Ratschläge.

Müssen Museen bald wiedereröffnen?

Eine Öffnung der Museen ist möglich ab dem 05.05.2020 unter Beachtung der vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen und Verhaltensstandards. Sie dürfen öffnen, müssen es aber nicht.

Es kann individuelle personelle, räumliche, hygienische oder finanzielle Gründe geben, die gegen eine Öffnung sprechen. Auch reduzierte oder stark eingeschränkte Öffnungszeiten sind möglich und sind voraussichtlich für viele kleinere Museen völlig angemessen. Ebenso kann Ihr Museum mehr Vorbereitungszeit beanspruchen und erst später öffnen.

Leitgedanke und Maßstab Ihres Konzeptes zur Wiedereröffnung muss die Fürsorgepflicht gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Museumsbesucherinnen und -besuchern sein. Deshalb ist es normal, dass Ihr Konzept sich von anderen unterscheiden wird. Für ein Freilichtmuseum gelten andere Maßstäbe als für ein Stadtmuseum.

Die Entscheidung über eine Öffnung oder Teilöffnung liegt beim Träger, der sich eng mit der Museumsleitung abstimmen sollte.

Gibt es offizielle Regelungen für Kultureinrichtungen in NRW?

Nach dem Infektionsschutzgesetz ist das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium zuständig, wenn es darum geht, Maßnahmen des Gesundheitsschutzes landesweit anzuordnen.

Es hat die maßgebliche Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronaschutzverordnung – CoronaSchVO), aktuell in der ab dem 16. September 2020 gültigen Fassung, erlassen. Dazu kommen Verordnungen und Allgemeinverfügungen, aber auch Erlasse, die über die fünf Bezirksregierungen an die Kommunen weitergeleitet werden.

Bitte beachten Sie, dass diese Regelungen regelmäßig angepasst werden und von der aktuellen Infektionssituation abhängig sind

Der Betrieb von Kultureinrichtungen ist insbesondere geregelt in § 8 der Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronaschutzverordnung – CoronaSchVO) in der ab dem 16. September 2020 gültigen Fassung.

Von den ab dem 16. September 2020 geltenden Regelungen sind für Museen und ähnliche Einrichtungen besonders relevant:

  • Es dürfen Gruppen von höchstens zehn Personen in der Öffentlichkeit zusammentreffen. Ausnahmen von dieser Maximalzahl gelten für Verwandte in gerader Linie und für Personen aus maximal zwei Haushalten. (§ 1 Abs. 2 CoronaSchVO ab dem 16.9.)
  • Museen benötigen ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept. Bei Veranstaltungen wie Konzerten oder Aufführungen muss dieses vorab der unteren Gesundheitsbehörde vorgelegt werden. Bei Veranstaltungen mit mehr als 500 Gästen muss das Konzept  vorab genehmigt werden. (§ 8 Abs. 1 u. 2 und § 2b CoronaSchVO ab dem 16.9.)
  • Teilnehmende Personen müssen auch im Vorfeld von Veranstaltungen bereits auf das Risiko einer auch kurzfristigen Absage aufgrund eines veränderten Infektionsgeschehens hingewiesen werden. (§ 8, Absatz 1a CoronaSchVO ab dem 16.9.)
  • Musikfeste, Festivals und ähnliche Kulturveranstaltungen sind bis mindestens zum 31. Dezember 2020 untersagt. (§ 8 Abs. 6 CoronaSchVO ab dem 16.9.)
  • Die Maskenpflicht und die Abstandspflicht bestehen weiter, u.a. in geschlossenen Räumen und in Warteschlangen. (§ 2 Abs. 3 CoronaSchVO ab dem 16.9.)
  • Geeignete Maßnahmen zur Gewährleistung des Mindestabstands von 1,5 Metern, zur Einhaltung der Hygieneregeln und zur Zugangssteuerung sind weiter zu ergreifen. Pro 7 m² darf sich ein Gast im Museum aufhalten. (§ 8 Abs. 7 CoronaSchVO ab dem 16.9.)
  • Unter den genannten Voraussetzungen sind Führungen möglich. Bei Führungen muss die Rückverfolgbarkeit sichergestellt werden. Das bedeutet: Mit dem Einverständnis der betroffenen Person müssen Name, Adresse und Telefonnummer sowie der Zeitraum des Aufenthalts schriftlich erfasst und für vier Wochen aufbewahrt werden, wobei die Daten vor dem Zugriff unbefugter Dritter zu schützen und die datenschutzrechtlichen Vorgaben zu beachten sind. Auf Verlangen einer zuständigen Behörde müssen die Daten herausgegeben werden, damit Infektionsketten nachvollziehbar sind. Nach Ablauf von vier Wochen sind die Daten vollständig zu löschen. (§ 2a und § 8 Abs. 7 CoronaSchVO ab dem 16.9.)

Dürfen in Museen auch wieder Veranstaltungen stattfinden?

Große Veranstaltungen wie Musikfeste, Festivals und ähnliche Kulturveranstaltungen bleiben untersagt.

Was ist mit der Gastronomie in Museen?

An einem Tisch dürfen maximal zehn Personen oder Verwandte in gerader Linie oder Personen aus zwei Hausständen zusammensitzen. Geeignete Maßnahmen zur Hygiene, zur Gewährleistung des Mindestabstands von 1,5 Metern, zur Steuerung des Zutritts sowie zur Rückverfolgbarkeit sind zu treffen. Details finden sich in der Anlage zur Coronaschutzverordnung NRW in der ab dem 1. September 2020 gültigen Fassung:

Was ist mit Museumsshops?

Ein Shop muss streng auf mögliche Abstände und maximale Personenzahlen geprüft werden, insbesondere, wenn er gleichzeitig mit dem Ausgang verbunden ist. Im Zweifelsfall reduzieren Sie das Angebot auf wenige gängige Artikel oder schließen ihn ganz.